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Raumkonzept

Schon länger war die verbundenheit stetig nachlassend, beinahe auf null versandet. In meinem kopf schlugen sich schon fleissig verschiedenste worst-case-szenarien ihren weg durch meine gedanken. Immer mal wieder mitten in der nacht aufgewacht, waren sie sofort «betriebsbereit» zur stelle, die schlafraubenden gedanken, wie aus dem nichts.
Eine lösung schien immer mehr in weiter ferne und so gruppierten sich bereits erste gedanken und beschlossen, dass eine auflösung der beziehung sicherlich weniger schmerzhaft sei als so weiter zu machen.

Doch anstatt weiter zu klammern, lies ich los. Nebst dem nicht weiter einengenden klammern bot mein loslassen der liebespartnerin wohl in erster linie dringend benötigten raum.

Das konzept raum besteht für unser hirn/ego aus distanz und zeit. In einer nahen fernbeziehung (zwei stunden distanz und nur alle zwei wochen) ist mein hirn auf dem standpunkt, dass dies bereits mehr als genügend raum ist. Noch mehr raum, sprich sich noch weniger sehen – da kann ich gerade so gut die beziehung auflösen. Die liebespartnerin hat sich gefälligst nicht weiter zurück zu nehmen und für mich, ganz für mich da zu sein, wenn wir denn schon einmal zusammen sind. Soviel zum ego-raumkonzept.

Es ist der hinweg aus dem kopf zurück ins herz und dem bewussten entscheid das eigene leben zu leben, ungeachtet der konsequenzen auf die liebesbeziehung, was raum schaft.
Für unser hirn komplett paradox und dem eigentlichen ziel absolut entgegengesetzt, ist genügend raum zwischen uns, was die heilung bringt.

Stand mir zuvor die liebespartnerin einem kühlen alpenwind gleichend gegenüber, war es jetzt plötzlich eine warme meeresbrise. Wo ich vorher den kontakt vergeblich suchte, wurde ich jetzt plötzlich zum gesuchten.
Magische dinge passieren, sobald wir vom inneren zwang ablassen, unsere krallen einziehen und loslassen.

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